KING LEAR

Neuübersetzung von Miroslava Svolikova
Regie: Johan Simons
Premiere: 25. April 2020
ROLLE: REGAN / HERZOG VON CORNWALL

König Lear ist alt und des Regierens müde. Er hat beschlossen, sein Reich unter seinen drei Töchtern aufzuteilen. Aber der alte Monarch macht aus der Verteilung ein Spiel, einen Liebes- Test: Wer mich am meisten liebt, bekommt das größte Stück Land. Zweimal läuft es gut, aber dann verweigert sich die jüngste Tochter – wahre Liebe ist kein Tauschhandel. Lear verleugnet und enterbt sie auf einen Schlag. In diesem Moment entfaltet sich das Drama von Lear, dem alten Mann, der so viel Mühe hat, sich von Titeln, Besitz und Macht zu lösen. Indem er sich selbst immer mehr verlässt und seine Identität abstreift, kommt er schließlich bei sich selbst an.

King Lear ist die vielleicht dunkelste Tragödie Shakespeares. Im Zentrum stehen Fragen, die die Menschheit schon immer berührt haben: der Sinn des Lebens, das Leiden, die menschliche Wut. In King Lear hat Shakespeare auf schaurige Weise das Leiden ergründet; das Leiden des einzelnen Menschen, das Leid der Welt. Ecce Homo. Seht den Menschen, wie er ist. Mit seiner Gewalt, Macht und Zerstörung – aber auch mit seiner enormen Kraft, seinen Mitmenschen zu vergeben. Um sie zu retten vor zu viel Selbst-Hass.